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Sechs Schlüsselthemen für Active Ownership im Jahr 2022

Andy Howard, Globaler Leiter Sustainable Investment, und Kimberley Lewis, Leiterin Active Ownership bei Schroders, erläutern die wichtigsten Themen für Active Ownership.

14.12.2021
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Authors

Andy Howard
Global Head of Sustainable Investment
Kimberley Lewis
Leiterin Active Ownership

Dies sind die Schwerpunkte, auf die wir, die Fondsmanager und Analysten für nachhaltige Anlagen bei Schroders, uns konzentrieren wollen.

Wichtige ESG-Themen

Der Klimawandel dominierte insbesondere im Vorfeld der COP26 die Schlagzeilen. Dies wird auch künftig der Fall sein. Das nachhaltige Investmentteam von Schroders erwartet für 2022 jedoch einen stärkeren Fokus auf soziale Fragen wie Humankapitalmanagement, Menschenrechte, Vielfalt und Inklusion.

Zudem gehen wir auch davon aus, dass wir uns auf die Biodiversität und die Beschränkungen der natürlichen Ressourcen konzentrieren werden, da die Umweltagenda über den Klimafokus hinausgeht.

  1. Klima

Der Handelsbedarf bei Klimaschutzverpflichtungen ist größer als je zuvor, und auch die Forderungen nach mehr Transparenz werden immer lauter. Anfang 2021 schrieben wir Unternehmensleitungen im FTSE 350 an und baten sie, Übergangspläne zu veröffentlichen. Inzwischen haben wir unsere Anstrengungen auch auf Europa und die USA ausgeweitet.

Wir werden Portfoliounternehmen weiterhin zur Festlegung von Zielen auffordern, wobei wir uns auf die am stärksten exponierten Unternehmen konzentrieren.

Schroders hat sich dem Netto-Null-Ziel verschrieben, und die Wirkung, die unsere Einflussnahme hat, wird entscheidend sein, um dieses Ziel zu erreichen.

  1. Biodiversität und Beschränkung der natürlichen Ressourcen

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Wie die obige Abbildung deutlich macht, haben sich die Auswirkungen der Menschheit auf die Umwelt mit alarmierender Geschwindigkeit beschleunigt. Die Themen Biodiversität und Ressourcenknappheit werden zunehmend segmentiert.

Bei Schroders konzentriert sich unser Researchteam bereits auf Themen wie Entwaldung, nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft sowie Abfallwirtschaft.

Zusätzlich zu unserer proaktiven Kontaktaufnahme werden wir mit den Geschäftsleitungen zusammenarbeiten, um Unternehmen zu ermutigen, offenzulegen, wie sich wesentliche Naturkapitalrisiken auf den Betrieb auswirken können.

  1. Humankapitalmanagement

Das Humankapitalmanagement trat durch die Pandemie in den Vordergrund, beispielsweise in Bezug auf die Richtlinien für Homeoffice sowie Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden der Belegschaft.

Große Aufmerksamkeit wird insbesondere der Gig Economy und nicht-traditionellen Arbeitsmustern gewidmet, die in den vergangenen Jahren zugenommen haben.

Wir sind uns zwar bewusst, dass neue Arbeitsmuster viele Vorteile bringen können und wahrscheinlich auch wie bisher bestehen bleiben. Unternehmen, die direkt oder indirekt auf diese Arbeitnehmer angewiesen sind, müssen aber sicherstellen, dass sie auch die Verantwortung für die Belegschaft übernehmen.

Zum Beginn der Pandemie schrieben wir Firmen an, um unsere Unterstützung für die Betriebe zum Ausdruck zu bringen, die sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden und andere Interessengruppen so weit wie möglich geschützt werden. Die Fortschritte bei diesem Thema haben wir kontinuierlich überwacht.

Da viele Volkswirtschaften inzwischen langsam zur Normalität zurückkehren, ist es wichtig, dass diese Prioritäten nicht in Vergessenheit geraten.

  1. Vielfalt und Inklusion

Vielfalt und Inklusion werden auch weiterhin eine wichtige Stellung bei unserer Einflussnahme einnehmen und ein Schlüsselthema für 2022 und darüber hinaus darstellen.

In der Vergangenheit konzentrierten sich Maßnahmen zur Vielfalt in der gesamten Branche auf Diversity auf Vorstandsebene.

Wir beabsichtigen augenblicklich, eine Ausweitung dieses Themas sowohl vertikal als auch horizontal voranzutreiben, d. h. über die Führungsteams und das Management bis hin zur breiteren Belegschaft und dies in Bezug auf Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit, sozioökonomische Aspekte und LGBT.

In Großbritannien zum Beispiel forderte der Parker Review eine Überprüfung der ethnischen Vielfalt auf Vorstandsebene der FTSE 100-Unternehmen auf, 2021 ein „One by 2021“-Ziel zu erreichen, das erstmals 2017 festgelegt wurde. Die neuesten Daten zeigen, dass in 37 % der befragten Unternehmen keine ethnischen Minderheiten im Vorstand vertreten sind.

Im November kontaktierte Schroders die Vorsitzenden der Aktiengesellschaften im FTSE 100 zu diesem Thema. Ab 2022 werden wir gegen den Vorsitzenden des Nominierungsausschusses jedes FTSE 100-Unternehmens stimmen, das die Anforderung nicht erfüllt.

  1. Menschenrechte

Wir halten es für wichtig, das Thema Menschenrechte im Hinblick auf die Auswirkungen zu betrachten, die Firmen auf Stakeholder haben können.

Dazu gehören Arbeitnehmer – etwa durch die Lieferkette, Gemeinschaften – etwa durch die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit und Verbraucher – durch die Produkte und Dienstleistungen, die sie anbieten.

Dieses Jahr markiert den zehnten Jahrestag der Verabschiedung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft & Menschenrechte (UNGP). Dabei handelt es sich um Richtlinien für Regierungen und Unternehmen, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und zu bekämpfen.

Eine Einflussnahme ist notwendig, um die Annahme und Umsetzung der UNGPs in den nächsten zehn Jahren voranzutreiben und zu stärken.

Zunehmend werden auch digitale Rechte diskutiert, wie Fehlinformationen und Datenschutzbedenken, die unter dem sozialen Banner auch künftig eine wichtige Rolle spielen werden.

Der Zugang zu Medikamenten war beispielsweise auch während der Pandemie von enormer Bedeutung.

Governance und Aufsicht und Hauptversammlungssaison

  1. Governance

Das sechste Thema, auf das sich das Active Ownership-Team im Jahr 2022 konzentriert, ist die Governance, die allen ESG-Themen zugrunde liegt.

Wir erwarten eine verstärkte Überprüfung von Abstimmungsprotokollen und Aktionärsbeschlüssen, insbesondere in Bezug auf das Klima. Weitere Trends sind die Zunahme von „Say on Climate“-Abstimmungen auf den Tagesordnungen der Hauptversammlung, Aktionärsvorschläge zu Themen der ethnischen Zugehörigkeit und mehr Nachhaltigkeitskennzahlen in der Berichterstattung.

Um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen, die im besten Interesse der Gesellschaft und der Interessengruppen liegen, ist ein konstruktiver Dialog zwischen Vorständen und Investoren ein wirksames Instrument.

Aus diesem Grund werden wir eine Gesprächsreihe mit nicht geschäftsführenden Direktoren veranstalten, um ihre Meinung zu diesen Themen zu verstehen.

 

Wichtige Informationen:

Die hierin enthaltenen Ansichten und Meinungen sind die der Autoren dieser Seite und repräsentieren nicht notwendigerweise die Ansichten, die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders zum Ausdruck gebracht oder reflektiert werden. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist in keiner Weise als Werbematerial gedacht. Das Material ist nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten gedacht. Das Material ist nicht als Buchhaltungs-, Rechts- oder Steuerberatung oder als Anlageempfehlung gedacht und sollte auch nicht als solche angesehen werden. Schroders geht davon aus, dass die hierin enthaltenen Informationen zuverlässig sind, übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Irrtümer in Bezug auf Fakten oder Meinungen kann keine Verantwortung übernommen werden. Bei individuellen Investitions- und/oder strategischen Entscheidungen sollte man sich nicht auf die Ansichten und Informationen in diesem Dokument verlassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse, die Kurse von Aktien und die daraus erzielten Erträge können sowohl fallen als auch steigen, und Investierende erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

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Das dient nur zur Veranschaulichung und stellt keine Anlageempfehlung für die oben genannten Wertpapiere/Branchen/Länder dar.

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