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Warum sich die alternde Bevölkerung für die Anleger als Segen erweisen könnte

Innovationen im Gesundheitswesen eröffnen chancenreiche Anlagemöglichkeiten, da der Bedarf nach Gesundheitsversorgung mit zunehmender Lebenserwartung steigt.

19.06.2020
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Authors

John Bowler
Fondsmanager, Gesundheitssektor

Höhere Lebensstandards und ein gesünderer Lebensstil sorgen in vielen Ländern für eine höhere Lebenserwartung. In den Industrienationen sind Menschen über 65 Jahre inzwischen die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Mit der alternden Bevölkerung steigt auch das Risiko chronischer Erkrankungen, wodurch wiederum die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen steigt.

Das Gesundheitsbudget ist in vielen Industrienationen bereits ausgereizt. Neue Technologien, die eine effizientere Gesundheitsversorgung ermöglichen, bieten Anlegern deshalb ein beträchtliches Wachstumspotenzial.

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Die demografische Entwicklung sorgt für eine hohe Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen

Im Jahr 1950 betrug die weltweite Lebenserwartung im Durchschnitt lediglich 47 Jahre. 2020 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 73 Jahren. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen können Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 davon ausgehen, das Lebensalter von 83 Jahren zu erreichen (im Durchschnitt). Menschen über 65 Jahre sind inzwischen die weltweit am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe und werden bis zum Jahr 2040 14,1 % der Weltbevölkerung ausmachen – verglichen mit 9,3 % im Jahr 2020. In Großbritannien werden die über 65-Jährigen bis 2040 fast ein Viertel der Bevölkerung stellen. In Japan wird sich dieser Anteil auf über 35 % belaufen.

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Mit zunehmendem Alter nehmen auch die gesundheitlichen Probleme zu. Im höheren Alter sind Menschen häufiger von Erkrankungen wie Arthritis, Herzleiden, Krebs, Diabetes und der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) betroffen. Im Jahr 2020 soll sich die Zahl der durch Diabetes verursachten Todesfälle auf 25,5 Millionen belaufen. Dies geht aus einer Studie der Marshall Protocol Knowledge Base hervor. Zum Vergleich: Im Jahr 1990 starben rund 14,5 Millionen Menschen an Diabetes.

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Kostendruck fordert Veränderungen

Die Gesundheitsausgaben in den Industrienationen belaufen sich im Durchschnitt auf 10 % bis 12 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dieser Anteil reicht von 9,8 % in Großbritannien bis hin zu 12,2 % in der Schweiz. Die USA fallen in dieser Hinsicht aus der Reihe – hier machen die Gesundheitsausgaben 17 % des BIP aus. Diese Ausgaben dürften sich auf 25 % erhöhen. Zudem werden die Gesundheitsbudgets durch die alternde Bevölkerung zunehmend unter Druck gesetzt. In vielen Ländern sind die Staatsausgaben stark beansprucht, da die Bereiche Bildung, Soziales und Altersversorgung um finanzielle Mittel konkurrieren.

In vielen Industrienationen ist ein erheblicher Anteil der Gesundheitsausgaben bestenfalls ineffektiv und im schlimmsten Fall verschwenderisch. So erhalten viele Patienten beispielsweise eine unnötige oder schlechte Gesundheitsversorgung, die keinerlei Auswirkung auf ihre Behandlungsergebnisse hat. Viele Gesundheitssysteme schneiden bei der Verwendung von Generika schlecht ab, während andere Gesundheitsdienstleistungen an teuren Behandlungsorten wie Krankenhäusern erbringen – anstatt in einer kostengünstigeren Umgebung. Deshalb müssen Gesundheitsdienstleister ihre Effizienz dringend erhöhen und die Verschwendung eindämmen.

Technologien als Motor für Effizienzsteigerungen

Die Behandlung von Diabetes veranschaulicht, wie die Gesundheitsversorgung durch Technologien verändert wird. Bis 2040 sollen weltweit 642 Millionen Menschen von dieser chronischen Erkrankung betroffen sein. Dagegen belief sich die Zahl der Diabetespatienten im Jahr 2015 auf 415 Millionen. Dank tragbarer Blutzuckermessgeräte, die kontinuierlich und rund um die Uhr den Blutzuckerspiegel von Patienten messen, muss der Blutzucker seltener anhand eines Bluttropfens am Finger gemessen werden. Das Messgerät ermöglicht den Patienten das Selbstmanagement ihrer Erkrankung und entlastet somit Krankenhäuser und Arztpraxen.

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Der effizientere Einsatz von Technologien ermöglicht eine geringere Verschwendung, reduziert Fehler und erhöht die Effizienz im Gesundheitswesen. Smartphone-Technologien werden genutzt, um den Gesundheitszustand von Patienten zu überwachen. So werden Patienten bei einigen Apps belohnt, wenn sie ein bestimmtes Aktivitäts- oder Gesundheitsziel erreichen, beispielsweise, indem sie täglich eine bestimmte Anzahl an Schritten laufen. Ebenso bieten Ärzte und Therapeuten zunehmend Online-Sprechstunden per Smartphone und Laptop an.

Innovationen eröffnen neue Anlagechancen

Aufgrund der rasanten Entwicklung neuer Gesundheitstechnologien könnten Unternehmen, die als Innovationsführer vorangehen, langfristig orientierten Anlegern attraktive Anlagechancen eröffnen. Laut einer Studie von McKinsey sind die Investitionen in den Bereichen Pharmazie und Biotechnologie zwischen 2010 und 2018 von 8,5 Mrd. US-Dollar um 232 % auf 28,3 Mrd. US-Dollar gestiegen. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Investitionen in Gesundheitstechnologien und Digital Health von 10,8 Mrd. US-Dollar auf 30,8 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 186 %.

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Zudem kommt BofA Merrill Lynch im Rahmen einer Studie zu dem Schluss, dass einige Gesundheitsmärkte zwischen 2018 und 2025 jährliche Wachstumsraten (CAGR) von über 50 % erreichen könnten. So wird beispielsweise prognostiziert, dass der Markt für Big Data (die bessere Nutzung von Daten zur Verbesserung von Behandlungsergebnissen) und künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen jährlich um 50,1 % auf 36,1 Mrd. US-Dollar wachsen wird (ausgehend von 2,1 Mrd. US-Dollar).

 

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