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Was sind Impact-Bonds? Ein spezialisierter Fondsmanager erklärt Impact-Bonds

Ein Experte von BlueOrchard – ein führendes Impact-Investing-Unternehmen und Mitglied der Schroders-Gruppe – erklärt, warum diese Anlageklasse immer beliebter wird und warum sie so wichtig ist.

03.02.2021
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Authors

Evariste Verchere

Anleger sind zunehmend daran interessiert, ihre finanziellen Renditen mit positiver Wirkung für die Umwelt und Gesellschaft in Einklang zu bringen.

Grüne Anleihen gelten traditionell als attraktive Option hierfür. Angesichts des wachsenden Bewusstseins für andere Themen, wie soziale Probleme, die durch die Pandemie noch dringender wurden, erfreuen sich Impact-Bonds immer größerer Beliebtheit. 

Was ist der Unterschied zwischen einer grünen Anleihe und Impact-Bonds?

Die Erlöse einer grünen Anleihe werden von einem Unternehmen bzw. einem Staat ausdrücklich zur Finanzierung von Projekten mit Vorteilen für die Umwelt eingesetzt.

In der Vergangenheit handelte es sich bei den Emittenten in der Regel um Regierungen oder supranationale Einheiten. Inzwischen spielt aber der Privatsektor eine immer größere Rolle. So ist der Sektor seit Jahresbeginn für rund zwei Drittel der Emissionen verantwortlich (Quelle: Bloomberg; Stand: 27. November 2020).

Die Zerstörung unserer Umwelt ist jedoch nicht die einzige Herausforderung, der wir gegenüberstehen: Von Armut und wirtschaftlicher Ungleichheit bis zu einem eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung und Finanzdienstleistungen haben wir mit vielen Problemen zu kämpfen.

Es macht Sinn, dass Anleger, denen diese Themen am Herz liegen, ihr Kapital entsprechend einsetzen.

Zweckorientiert investieren

Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, haben öffentliche und private Märkte weltweit Impact- oder Purpose-Bonds eingeführt, deren Erlöse zur Finanzierung von Projekten mit bestimmten sozialen und/oder Umweltzielen eingesetzt werden.

Beispiele sind Blue-Bonds, Gender-Bonds, Transition-Bonds und sogar Rhino-Bonds. 

Im vergangenen Jahr wurden „Pandemie-Anleihen“ von Ländern wie Guatemala und Paraguay, aber auch von staatlichen Einrichtungen und Unternehmen, aufgelegt, um die negativen wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie zu bekämpfen.

Die International Finance Corporation (IFC) gab eine soziale Anleihe aus, um Darlehen an von der Pandemie betroffenen KMUs zu verleihen und um die Forschung zu oder die Entwicklung von Tests, Impfstoffen und Arzneimitteln zu finanzieren.

Auch gibt es Anleihen, die die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen unterstützen. Mit den Nachhaltigkeitszielen soll eine „bessere und nachhaltigere Zukunft für alle“ erreicht werden. Die UN beschreibt sie als einen „Appell zum Handeln“, um „den Wohlstand bei gleichzeitigem Schutz des Planeten zu fördern“.

Beispielsweise gab Mexiko eine Anleihe von 890 Mio. US-Dollar aus. Die Gelder sollen Kleinbauern zugutekommen, kostenlose Schulmahlzeiten ermöglichen und das Gesundheitssystem unterstützen. 

Im privaten Sektor emittierte die Bank of America im September 2020 eine Anleihe von 2 Mrd. US-Dollar, um einkommensschwache Gemeinschaften und Minderheiten in den USA zu unterstützen. 

Worauf sollten Anleger bei Impact-Bonds achten?

Wir halten es für wichtig, dass der Emittent über ein transparentes Rahmenwerk verfügt, um die korrekte Verteilung der Erlöse sicherzustellen und ihre Wirkung messen zu können.

Regelmäßige Selbstberichterstattung ist zwar wichtig, aufgrund der fehlenden Objektivität jedoch nicht ausreichend. 

Eine Lösung könnte sein, dass ein Emittent die Finanzierungskosten mit seinen ökologischen oder sozialen Zielen verbindet. Beispielsweise hat Suzano, ein brasilianisches Papierunternehmen, den Kupon seiner Nachhaltigkeitsanleihe mit seinen Emissionszielen verbunden.

Wenn das Unternehmen seine Ziele nicht erreicht, steigen der Kupon der Anleihe für die Anleger und die Kosten für das Unternehmen. Diese Struktur bietet einen klaren und leicht verständlichen Anreiz für das Unternehmen zum Erreichen seiner Ziele.

Industriestandards müssen sich ändern

Ein weiteres Problem der gegenwärtigen Berichtsmechanismen ist die fehlende Standardisierung.

Mit allgemeingültigen Kriterien und Grenzwerten zur Performance, die für alle Emittenten und Anleihen gelten, können Emissionen miteinander verglichen werden und grundlegende Erwartungen geschaffen werden. 

Die Europäische Union entwickelte im März 2018 eine Taxonomie, um eine allgemeingültige Klassifizierung von nachhaltigen Anlagen zu ermöglichen. Technische Screening-Kriterien in Bezug auf Umwelt-Kennzahlen werden bis Ende des Jahres 2020 erwartet. Anleger haben bis Ende 2021 Zeit, um Kommentare zur Zukunft des Rahmenwerks einzureichen.

Die Vermögensverwaltungsbranche muss aktiv dazu beitragen, dass Kunden ihre sozialen und ökologischen Werte mit ihren finanziellen Zielen in Einklang bringen können. Wir glauben, dass wir einmalig aufgestellt sind, um die Entwicklung solcher Produkte zu beeinflussen und ihre Wirksamkeit und Attraktivität für Anleger sowie eine echte positive Wirkung für die Gesellschaft und/oder die Umwelt sicherzustellen.

Alle Bezugnahmen auf Unternehmen dienen nur zur Veranschaulichung und sind nicht als Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung zu verstehen.

 

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