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Aktive vs. passive Anlagen: konzentrierte Märkten lassen das Pendel wieder zugunsten aktiver Anlagen ausschlagen

Die Daten, denen zufolge passive Strategien ins Hintertreffen geraten könnten.

20.11.2023
Active vs Passive

Authors

Duncan Lamont
Head of Research and Analytics

Die weltweiten Aktienmärkte weisen eine zunehmende Konzentration auf wenige Titel auf. Per Ende Oktober machten die zehn grössten Aktien im US-amerikanischen S&P 500 Index rekordhohe 31 % des gesamten Marktes aus (siehe Abbildung 1).

Für Anleger, die diversifizierte Portfolios aufbauen möchten, stellt dies eindeutig ein Problem dar, da ein wesentlicher Teil ihrer Risiken mit einer relativ geringen Anzahl von Unternehmen zusammenhängt.

Unsere neuen Analysen weisen ferner darauf hin, dass Anleger, die den US-Aktienmarkt passiv nachbilden, in den Jahren nach einer hohen Indexkonzentration mit Renditeeinbussen rechnen müssen.

In einer Zeit, in der die Anleger zunehmend auf passiv verwaltete anstelle aktiver Strategien setzen, könnte sich das Blatt nun wenden.

Dieses Problem betrifft nicht nur den US-Aktienmarkt. Der Anteil der USA am globalen Aktienmarkt ist Ende Oktober, gemessen am MSCI All Country World Index (ACWI), auf 63 % gestiegen, womit internationale Anleger sehr stark in US-Aktien und dabei wiederum nur in zehn Titel investiert sind. Diese zehn Titel machen beinahe 18 % des globalen Marktes aus – genauso viel wie Japan, Grossbritannien, China, Frankreich und Kanada zusammengenommen.

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Sollten sich Anleger mit Blick auf die künftigen Renditen über die Indexkonzentration Sorgen machen?

Dies lässt sich unter anderem dadurch beurteilen, indem man die Performance eines standardmässigen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Index mit der seines gleichgewichteten Pendants vergleicht.

Für diejenigen, die mit dieser Herangehensweise weniger vertraut sind: Die gleichgewichtete Version des S&P 500 weist 1/500 = 0,2 % in jeder Aktie des Index auf. Bei den zehn grössten Aktien beträgt die Gewichtung insgesamt 2 % entgegen den 31 % im regulären S&P 500 Index. Es handelt sich also um eine stärker diversifizierte Version des Marktes.

Wenn der gleichgewichtete S&P 500 besser abschneidet als der standardmässige S&P 500, bedeutet dies, dass die grösseren Indextitel schlechter abschneiden als die kleineren – und umgekehrt. Die Anleger wären somit besser beraten, ihr Geld nicht in die grössten Aktien zu investieren, in denen die meisten passiven Portfolios am stärksten engagiert sind.

Eine Abweichung vom Markt war bislang in Zeiten einer hohen Marktkonzentration eine erfolgreiche Strategie

Unsere neue Untersuchung zeigt, dass es in der Vergangenheit eine starke, statistisch erhebliche Beziehung zwischen dem Ausmass der Konzentration im S&P 500 und der Performance des gleichgewichteten S&P 500 gegenüber dem standardmässigen S&P 500 gab.

Je höher die Konzentration, desto stärker die Outperformance des gleichgewichteten S&P in den darauf folgenden fünf Jahren (siehe Abbildung 3). Eine Abweichung vom Markt war bislang in Zeiten einer hohen Marktkonzentration eine erfolgreiche Strategie. Bei kürzeren Anlagehorizonten war diese Beziehung schwächer, wenn auch immer noch positiv.

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Basierend auf der aktuellen Gewichtung der zehn grössten Aktien von 31 % lässt diese Beziehung vermuten, dass der gleichgewichtete S&P 500 in den nächsten fünf Jahren eine Outperformance von jährlich mehr als 15 % erzielen könnte.

Dies ist ein starkes Argument dafür, dass die passive, nach Marktkapitalisierung gewichtete Strategie, die von vielen bevorzugt wird, ins Hintertreffen geraten könnte, wenn man sie mit anderen Strategien vergleicht, bei denen mehr Flexibilität besteht, von einem derart konzentrierten Engagement abzuweichen.

Diese Mal könnte es natürlich anders sein. In gewisser Hinsicht befinden wir uns hier auf unerforschtem Terrain. Es gibt keine Datenpunkte, die bestätigen würden, dass die Steigung der Linie gleich bleibt, je mehr wir uns im Diagramm weiter nach rechts bewegen (d.h. je mehr die Gewichtung der Top 10 zunimmt).

Doch auch wenn die Grössenordnung unklar ist, scheint die allgemeine Schlussfolgerung keineswegs auf tönernen Füssen zu stehen: Konzentriert sich der Markt sehr stark auf einige wenige Aktien, schneiden die Anleger in der Regel besser ab, wenn sie ihr Geld andernorts investieren. Das Blatt könnte sich also endlich zugunsten von Strategien wenden, die auf aktivere Weise verwaltet werden.

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