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Dekarbonisierungsstrategien für Pensionspläne entwerfen

Pensionspläne werden im Epizentrum der Disruption stehen, die sich aus den Dekarbonisierungsbemühungen ergeben wird, während die Welt sich mit der dringenden Notwendigkeit auseinandersetzt, den Klimawandel zu bewältigen. Angesichts ihrer beträchtlichen finanziellen Ressourcen und langfristigen Anlagehorizonte sind Pensionspläne zwangsweise dem Risiko des Klimawandels ausgesetzt. Allerdings haben sie die Möglichkeit, proaktiv mit den Auswirkungen umzugehen.

29.01.2024
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Authors

Jenny Mill
Climate Change Strategist

Netto-Null-Ziele müssen durch konkrete Vorhaben untermauert werden

Die Pensionspläne stehen vor der Herausforderung, die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Portfolios zu bewältigen, sowohl hinsichtlich des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Zukunft als auch in Bezug auf die physischen Risiken des Klimawandels. Unterdessen entscheiden sich einige Pensionspläne auch dafür, die Auswirkungen ihrer Portfolios selbst auf das Klima zu berücksichtigen. Dementsprechend sind sie bemüht, die Klimabilanz ihrer Investitionen im Einklang mit langfristigen Netto-Null-Zielen zu verbessern. Diese beiden Ziele laufen keineswegs einander zuwider. Vielmehr können durchdachte Ansätze für die Umstellung des Portfolios dazu beitragen, Risiken zu erkennen und Chancen des Übergangs auf eine emissionsarme Zukunft zu nutzen, woraus sich im Laufe der Zeit Wertpotenzial ergeben kann.

Dynamik von Netto-Null

Weltweit engagieren sich mehr institutionelle Anleger denn je zuvor für die Erreichung von Netto-Null-Zielen. Die Schroders Institutional Investor Survey 2023 fand heraus, dass sich mittlerweile 50 % der institutionellen Anleger dazu verpflichtet haben, Netto-Null zu erreichen. Die Mehrheit von ihnen will das bis 2050 schaffen (39 %). Wenngleich es regionale Unterschiede gibt, wobei der Anteil in der EMEA-Region am höchsten ist, zeigt sich gleichzeitig, dass sich weltweit immer mehr Unternehmen zu Netto-Null verpflichten.

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Allerdings müssen diese Verpflichtungen durch Pläne untermauert werden, in denen dargelegt wird, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Unsere Studie zeigt, dass bisher nur 29 % der Unternehmen hierfür eine Strategie entwickelt und umgesetzt haben.

Festlegen der eigenen Beweggründe und Prioritäten

Bei Pensionsplänen könnte die Formulierung der Beweggründe und Prioritäten von den Anlagepräferenzen der Begünstigten beeinflusst werden. Immer mehr Pensionspläne ergreifen Massnahmen, um mit ihren Begünstigten beim Thema Nachhaltigkeitspräferenzen – sei es nun in Bezug auf das Klima oder auf Netto-Null-Ziele – zusammenzuarbeiten. Aufsichtsrechtliche Vorschriften und Offenlegungspflichten führen in einigen Ländern ausserdem dazu, dass Pensionspläne zunehmend die Klimarisiken ihrer Portfolios bewerten und ihre Strategien zu deren Management darlegen müssen.

Dekarbonisierungsstrategien können auf unterschiedliche Ziele zugeschnitten werden.

Vor der Festlegung einer Strategie ist es daher wichtig, die wichtigsten Beweggründe zu ermitteln, die bei der Entscheidungsfindung, einschliesslich der Auswahl von Vermögensverwaltern, eine Rolle spielen können, und Ihnen dabei zu helfen, Ihre Bedürfnisse und Erwartungen an Vermögensverwalter oder Berater zu kommunizieren.

Überlegungen zur Dekarbonisierungsstrategie

Eine Dekarbonisierungsstrategie muss nicht nur darlegen, was man erreichen will, sondern auch, wie man es erreichen will. Wenn eine schnelle Dekarbonisierung angestrebt wird, wäre es wahrscheinlich am einfachsten, stark emittierende Sektoren oder Unternehmen auszuschliessen und alle entsprechenden Bestände zu veräussern. Der Anlageeffekt bestünde jedoch nur in einer Einschränkung des Anlageuniversums, während die Auswirkungen auf die tatsächlichen Emissionseinsparungen minimal wären.

Im Gegensatz dazu kann ein aktiverer Ansatz auch eine transformative Wirkung auf die Dekarbonisierung in der Realwirtschaft haben. Indem Portfoliounternehmen dahingehend beeinflusst werden, Emissionsreduktionsziele festzulegen, Übergangspläne zu veröffentlichen und langfristige Fortschritte bei der Dekarbonisierung nachzuweisen, können Anleger eine aktive Rolle beim Übergang spielen. Dies geschieht, wenn sie in solchen Unternehmen investiert bleiben, vom Wertpotenzial profitieren, das durch reduzierte Emissionen bei diesen Unternehmen freigesetzt werden kann, und damit eine Verringerung der Emissionen in der realen Welt bewirken.

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Am anderen Ende des Spektrums sollten Pensionspläne prüfen, ob sie mit ihren Portfolios die Chancen nutzen, die mit dem Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft verbunden sind, einschliesslich erneuerbarer Energien und sauberer Technologien. Ein im Übergang befindliches Portfolio wird in der Regel seinen Anteil an Investitionen in derartige Gelegenheiten erhöhen, da die Technologien im Laufe der Zeit einen Skalierungsprozess durchlaufen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Dabei sind die Bewertungen angesichts der in den letzten Jahren beobachteten Volatilität bei Aktien und Vermögenswerten aus dem Bereich der sauberen Technologien ein wichtiger Aspekt.

Eine Umsetzung von Übergangsstrategien für Netto-Null wird Elemente all dieser Optionen erfordern. Pensionspläne sollten daher mit ihren Beratern und Managern zusammenarbeiten, um zu verstehen und zu planen, wie ihre Portfolios hiervon profitieren können. Manager, die für die Vermögensaufteilung oder Wertpapierauswahl zuständig sind, sollten über die Kompetenzen verfügen, die erforderlich sind, um Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Wenn Sie sich für einen aktiven Ansatz entscheiden, muss der Manager Ihnen die Gewissheit geben, dass er Ihre Dekarbonisierungsziele erreichen und gleichzeitig risikobereinigte Renditen erzielen kann.

Die Entwicklung von eher passiven Ansätzen zur Dekarbonisierung, wie z. B. Indizes, die die EU Climate Transition Benchmark (CTB) und die EU Paris Aligned Benchmark nachbilden, bietet eine einfache Antwort in Sachen jährliche Dekarbonisierung bis 2050. Allerdings werden dadurch auch die Anlagemöglichkeiten beschränkt und häufig sind die Auswirkungen auf die Beiträge der individuellen Unternehmen zur Reduzierung von Emissionen nur begrenzter Art.

Vorbereitung auf und Beitrag zu Netto-Null

Viele Pensionspläne konzentrieren sich zunehmend auf den Klimawandel, aus verschiedenen Gründen und unter verschiedenen Umständen. Indem sie Anlageberater und Manager auf zielgerichtete Weise für die Erfüllung ihrer Dekarbonisierungsziele einsetzen, können sich Pensionspläne die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Portfolios proaktiv angehen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Übergang leisten.

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Wenn Sie mehr über die Konzipierung einer Dekarbonisierungsstrategie für Ihr Unternehmen erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren dreiteiligen Leitfaden, der Asset Owners dabei helfen soll, eine effektive Anlagestrategie für Netto-Null zu entwickeln und zu verwalten.

Klicken Sie hierzu auf die folgenden Links.

Teil 1: Festlegen eines Netto-Null-Plans

Teil 2: Umsetzen eines Netto-Null-Plans

Teil 3: Nachverfolgung und Messung von Fortschritten

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Jenny Mill
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