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Nachhaltigkeitsausblick 2024: 7 Trends, auf die man dieses Jahr achten sollte

Investoren und Unternehmen setzen Nachhaltigkeitsprinzipien zunehmend auf eine anspruchsvollere und differenzierte Weise um.

31.01.2024
Exemplifying the ESG - Environmental, Social, Governance concept, a corporate glass building facade reflects green trees. Importance of integrating sustainability into business practice.

Authors

Marina Severinovsky
Leiterin Sustainability, Nordamerika

In den letzten Jahren gab es insbesondere in den USA Spannungen im Zusammenhang mit nachhaltigen Anlagen – von der Politisierung bestimmter Themen bis hin zu Befürchtungen bezüglich Greenwashing und zunehmender Regulierung. Als Investor sind wir jedoch bestrebt, Nachhaltigkeitsaspekte in unser Geschäft zu integrieren. Unseres Erachtens geht es bei der Nachhaltigkeitsanalyse in erster Linie darum, die Stärke der Beziehungen von Unternehmen zu ihren Stakeholdern zu verstehen, auf denen ihre Geschäftsmodelle basieren. Dies beinhaltet auch die Exposition gegenüber und die Anpassungsfähigkeit an neue soziale und ökologische Faktoren. Zweitens geht es darum zu verstehen, wie sich die Erkenntnisse aus dieser Analyse am besten in Investitionsentscheidungen einbringen lassen. Da diese Trends selbst zu immer wichtigeren Wettbewerbsfaktoren werden, stellt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit im Wesentlichen eine Erweiterung der Investitionsanalyse dar, um das Umfeld widerzuspiegeln, in dem Unternehmen heute konkurrieren. Wir sind davon überzeugt, dass all dies langfristig Bestand haben wird.

Es ist wichtig zu betonen, dass sich nachhaltige Investitionen ständig weiterentwickeln. Viele der Trends, die das neue Jahr prägen werden, spiegeln diese Tatsache wider, da wir uns von einem frühen Stadium der Übernahme nachhaltiger Prinzipien zu einem Stadium bewegen, das durch ein tieferes Verständnis und einen differenzierteren Ansatz für nachhaltige Investitionen geprägt wird.

1. Entwicklung von der ESG-Integration hin zu einer stärkeren Fokussierung auf Nachhaltigkeitsthemen

Mit der zunehmenden Akzeptanz von Nachhaltigkeit als Anlagedisziplin reift auch die Nachfrage der Anleger. Sie sind für den nächsten Schritt bereit, der über die Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG) in ihren Anlageprozess als Instrument zur Risikominderung hinausgeht – was viele bereits getan haben. Sie suchen nun nach spezifischeren Ansätzen, die direkt von einigen der längerfristigen Trends profitieren könnten, die die Weltwirtschaft verändern und neue potenzielle Anlagethemen darstellen. Unsere Umfrage unter institutionellen Anlegern hat diesen Wandel deutlich gemacht. Themenfokussierung ist der bevorzugte Ansatz für nachhaltiges Investieren bei institutionellen Anlegern weltweit, insbesondere in den USA.

Thematische Ansätze für nachhaltige Investitionen sind der bevorzugte Ansatz von US-Anlegern

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Quelle: Institutional Investor Study 2023; Anmerkung: Die Befragten wurden gebeten, ihre drei bevorzugten Ansätze zu nennen. Die Ergebnisse zeigen die Anzahl der Befragten, die jeden Ansatz unter ihren drei bevorzugten Ansätzen nannten. Einige Befragte wählten «Sonstiges», wenn ein nicht genannter Ansatz unter den Top 3 war.

Es vollzieht sich ein makroökonomischer Strukturwandel, der von drei grundlegenden langfristigen Trends vorangetrieben wird: dem demografischen Wandel, der Deglobalisierung und der Dekarbonisierung. Schroders bezeichnet diesen Wandel als «3D Reset». Im Kontext der Dekarbonisierung beispielsweise versuchen Anleger, den Rückenwind des Marktes direkt für Unternehmen zu nutzen, die den Übergang zu erneuerbaren Energien anführen oder ermöglichen. 

Eine Untergruppe von Anlegern, die in erster Linie nicht im Bereich der Altersvorsorge tätig ist, konzentriert sich zunehmend darauf, neben finanziellen Erträgen auch eine echte Wirkung zu erzielen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der verbesserten Möglichkeiten zur Messung und zum Zugang zu Wirkungen in verschiedenen Anlageklassen, einschliesslich der öffentlichen Märkte.  

All dies spiegelt einen Wandel der Erwartungen der Anleger an ESG wider und ein differenzierteres Verständnis davon, wie diese Analysen effektiver zur Erreichung der Anlageziele eingesetzt werden können. Der Übergang zu einem pragmatischeren Ansatz zeigt sich auch in der Betrachtung der aktiven Eigentümerschaft durch Anleger, wobei der Fokus verstärkt darauf liegt, wie ein Engagement in Unternehmen zu greifbaren, realen Ergebnissen führen kann, die potenziell zu einer besseren finanziellen Performance beitragen.1 

2. Nachhaltigkeit wird eine zentrale Rolle bei den Herausforderungen spielen, denen Unternehmen im Kontext des 3D Reset begegnen 

Wir glauben, dass die Themen der Nachhaltigkeit, die von Investoren in verschiedenen Branchen und Sektoren angegangen werden, alle mit den Trends des 3D Reset verbunden sind: Dekarbonisierung, Deglobalisierung und Demografie. (Siehe Abbildung unten). Alle diese Themen haben mittlerweile kritische Auswirkungen auf das Geschäft, und ihre Bewältigung ist sowohl für Volkswirtschaften weltweit als auch für einzelne Unternehmen von entscheidender Bedeutung.

Auf Unternehmensebene sind bei diesem Strukturwandel zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen. Ist beispielsweise das Geschäftsmodell strukturell in der Lage, in einem völlig veränderten demografischen Umfeld erfolgreich zu sein? Wie können Arbeitskräfte gewonnen und gehalten werden, wenn Lieferketten unter Druck geraten oder verlagert werden müssen? Wie können Betriebsabläufe so umgestaltet werden, dass Netto-Null-Verpflichtungen erfüllt werden können? 

Wir glauben, dass Nachhaltigkeitsfaktoren neben allen anderen Themen, die von aktiven Managern und fundamentalen Investoren berücksichtigt werden müssen, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wir sind der Ansicht, dass Nachhaltigkeitsüberlegungen ein wesentlicher Bestandteil der Berechnungen zur Bestimmung der Lebensfähigkeit und Langlebigkeit von Unternehmen sind. Dies trägt dazu bei, die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens in einem sich stark verändernden Umfeld zu beurteilen und zu entscheiden, inwieweit es vertretbar ist, das Vermögen von Kunden langfristig in bestimmte Unternehmen zu investieren. 

Der 3D Reset hat Auswirkungen auf zahlreiche Nachhaltigkeitsthemen in verschiedenen Branchen

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Quelle: Schroders, 2023. Die Ansichten und Meinungen sind die des Nachhaltigkeitsteams von Schroders und können im Zuge der Marktentwicklung Änderungen unterliegen.

3. Investoren – und die Öffentlichkeit – werden besser verstehen, welche Anstrengungen die Energiewende erfordert 

Die Energiewende umfasst weit mehr als den Ausbau der Kapazitäten zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne. Sie erfordert auch erhebliche Investitionen in die Infrastruktur, um die Energie von der Quelle zu den Verbrauchern zu bringen und Probleme wie Netzüberlastung zu vermeiden. Gebäude müssen modernisiert werden, um Energie effizienter zum Heizen, Kühlen und Beleuchten von Büros, Geschäften und Wohnungen zu nutzen. Dekarbonisierung bedeutet auch einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Güter produziert und konsumiert werden, weg von einem linearen «Nehmen-Nutzen-Entsorgen»-Wirtschaftsmodell und hin zu einem «Recycling»-Kreislaufwirtschaftsmodell.

Auf der COP28, der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2023, haben sich die Teilnehmer auf eine «Transformation weg von fossilen Brennstoffen in Energiesystemen» geeinigt.2 Obwohl einige enttäuscht waren, dass der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle nicht präziser formuliert wurde, war die Einigung dennoch ein bedeutender Meilenstein. Auf den vorangegangenen 27 Klimakonferenzen war eine solche Vereinbarung nicht zustande gekommen, und auf der COP28 wurde erstmals der Begriff «fossile Brennstoffe» in der Abschlusserklärung der jährlichen Konferenz verwendet.

In der Abschlusserklärung der COP28 wurde auch dazu aufgerufen, «bis 2030 die Kapazität der erneuerbaren Energien weltweit zu verdreifachen und die durchschnittliche jährliche Verbesserungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln».2 All diese Bemühungen sollten nun an Dynamik gewinnen, da sie eine globale Ausrichtung erhalten.

Um eines der Hauptziele des Pariser Klimaabkommens zu unterstützen, nämlich die Begrenzung des durchschnittlichen globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau, wurde in der COP28-Vereinbarung auch dazu aufgerufen, «die Entwicklung emissionsfreier und emissionsarmer Technologien zu beschleunigen, einschliesslich erneuerbarer Energien, Kernenergie und Technologien zur Emissionsminderung und -sequestrierung wie Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung». Darüber hinaus wurde eine beschleunigte und deutliche Reduzierung der weltweiten Nicht-Kohlenstoffemissionen, insbesondere der Methanemissionen, bis 2030 gefordert.

Es wurden weitere Schritte unternommen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen zu bekämpfen, insbesondere in Ländern, die nicht über die Mittel verfügen, um die durch klimabedingte Katastrophen wie schwere Wirbelstürme und den Anstieg des Meeresspiegels verursachte Vertreibung zu bewältigen. Fortschritte wurden beim Loss and Damage Fund erzielt, der ursprünglich auf der COP27 diskutiert wurde. Auf der Konferenz in Dubai im Dezember 2023 sagten viele wohlhabende Länder, die zu den Hauptverursachern von Treibhausgasemissionen gehören, ihre Unterstützung für diesen Fonds zu. Die Zusagen belaufen sich auf über 700 Mio. US-Dollar.3 Auch wenn dies nur ein Bruchteil dessen ist, was die Bewältigung der Folgen des Klimawandels kosten wird, hat die COP28 doch Fortschritte auf diesem Weg gebracht.

4. Die Anerkennung des Naturkapitals als entscheidender Faktor für die Bewältigung des Klimawandels wird weiter zunehmen

Politische Diskussionen und Verhandlungen über Natur und Klima werden immer enger miteinander verknüpft sein. Die Klimakrise ist Teil der umfassenderen Herausforderungen für die Natur, die sich aus den wachsenden Ansprüchen einer wohlhabenderen und hungrigeren Weltbevölkerung an die begrenzten Ressourcen des Planeten ergeben. Investitionen in die Natur sind eine kosteneffiziente Möglichkeit, die globalen Nettoemissionen zu reduzieren. Obwohl naturbasierte Lösungen bis zu 30 % der Emissionsreduktionen liefern könnten, die zur Erfüllung der Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens notwendig sind, fliessen derzeit nur 2 bis 3 % der globalen Klimafinanzierung in diese Bereiche. 

Die Integrität der Kohlenstoffmärkte bleibt ein zentrales Anliegen. Auf der COP26 in Glasgow wurden zwar einige klarere Pläne zur Einführung einer strengeren Regulierung und Überwachung dieser Märkte vorgestellt, aber es geht nur langsam voran. Viele hatten gehofft, dass die COP28 etwas mehr Schwung in diese Angelegenheit bringen würde, aber die Verhandlungen über die Umsetzung der Details dieser Pläne scheiterten. Die USA sprachen sich für eine «leichte» Regulierung aus, während die Europäische Union für mehr Kontrolle und Überwachung der Kohlenstoffmärkte plädierte. In Dubai konnte kein Kompromiss gefunden werden.

Dennoch wird die Einführung eines global vernetzten und einheitlichen Ansatzes sowie Rahmens für den Handel mit Emissionsrechten wichtig sein, um das Potenzial des Naturkapitals vollständig zu erschliessen. Die Natur bietet der Gesellschaft neben der Kohlenstoffbindung eine Vielzahl weiterer Vorteile, und wir gehen davon aus, dass die Erfassung dieses gesellschaftlichen Wertes in der Finanzbuchhaltung an Bedeutung gewinnen wird.

Naturbasierte Lösungen für den Klimawandel erhielten auf der COP28 verstärkte Aufmerksamkeit. Es wurden Zusagen in Höhe von 2,5 Mrd. US-Dollar für den Schutz und die Wiederherstellung der Natur gemacht. Der Tag der Natur, Landnutzung und Ozeane auf der COP28 brachte zusätzliche Zusagen in Höhe von 186,6 Mio. US-Dollar zur Finanzierung von Initiativen zum Schutz von Wäldern, Mangroven und Ozeanen.4 Die Länder einigten sich ausserdem darauf, ihre Anstrengungen zur Koordinierung und parallelen Umsetzung ihrer Natur- und Klimaschutzstrategien zu verstärken.

5. Die Herausforderungen des Wandels bleiben bestehen, während der Handlungsbedarf weiter zunimmt 

Die angespannte finanzielle und wirtschaftliche Lage vieler Länder und die anhaltenden Probleme vieler Menschen mit den Lebenshaltungskosten können nicht ignoriert werden. Diese Herausforderungen haben dazu geführt, dass die Klimapolitik in einigen Ländern ins Stocken geraten ist. Es besteht ein erhöhter Bedarf an Lösungen, die einen gerechten Übergang weg von den Kohlenstoffmärkten gewährleisten können. 

Viele der Initiativen, die auf der COP28 angekündigt wurden, sind eine Reaktion auf den «Global Stocktake»-Bericht, der im September 2023 von den Vereinten Nationen veröffentlicht wurde. Dieser Bericht ist eine Bestandsaufnahme der Fortschritte bei der Eindämmung der Erderwärmung seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015. Der Bericht macht deutlich, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen. Um das Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, die Kohlendioxidemissionen bis 2050 auf null zu senken, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 43 % und bis 2035 um 60 % gegenüber dem Niveau von 2019 reduziert werden.5

Um diese Ziele zu erreichen, sind Massnahmen in allen Bereichen erforderlich. Eine einzelne Initiative wird nicht ausreichen, und es wird entscheidend sein, dass sich die Staats- und Regierungschefs der Welt klar zum Handeln verpflichten. Um die von den Staats- und Regierungschefs in Paris eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen, bedarf es gross angelegter Kapitalumschichtungen sowie politischer Anreize und Sanktionen, um den Übergang voranzutreiben. Diese Anstrengungen werden das Wachstum weiter verändern und die Wettbewerbsfaktoren auf den Märkten verschieben. Daran hat sich bis heute nichts verändert. Unmissverständliche Signale seitens der Regierungen, dass sie die erforderlichen politischen Veränderungen herbeiführen werden, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, dürften es den Finanzmärkten indes erleichtern, zwischen Nutzniessern und Verlierern zu unterscheiden. Es kann einige Zeit dauern, bis diese Fragen geklärt sind. Angesichts der unausweichlichen Bedrohungen durch den Klimawandel scheint eine Umwälzung jedoch unvermeidlich. Die strukturelle Notwendigkeit einer Dekarbonisierung der Weltwirtschaft, der Industrien und der Portfolios bleibt bestehen. Bei Schroders konzentrieren wir uns weiterhin darauf, die Risiken und Chancen zu identifizieren, die dieser Übergang mit sich bringt. Wir warten nicht darauf, dass diese Risiken eintreten, sondern verwalten unsere Portfolios in Erwartung dieser Risiken.

6. Um die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen, ist es weiterhin entscheidend, sich auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren

Wir glauben, dass es nicht nur wichtig ist, die Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen zu verstehen, sondern auch zu prüfen, ob die Unternehmensbewertungen die damit verbundenen Risiken und Chancen angemessen widerspiegeln. Ein Beispiel hierfür ist der Rückgang der Bewertungen einiger der grössten Nutzniesser des Klimawandels in den letzten 12 bis 18 Monaten. Dies hat dazu geführt, dass saubere Technologiesektoren nun weniger anspruchsvolle Kennzahlen aufweisen und weniger anfällig für die Risiken sinkender Kennzahlen sind.

Wir gehen davon aus, dass die Auswahl bei Klimainvestitionen in saubere Technologiesektoren zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Das ungewöhnliche Auf und Ab der Unternehmensbewertungen in besonders exponierten Sektoren in den letzten Jahren unterstreicht die Notwendigkeit, gezielt nach Unternehmen zu suchen, die vom strukturellen Wachstum des Marktes für saubere Technologien profitieren können.

7. Vor dem Hintergrund der verstärkten Politisierung von ESG in den USA werden Nachhaltigkeitsansätze, die sowohl Chancen nutzen als auch Risiken mindern können, stärker in den Fokus rücken

Die Politisierung von Nachhaltigkeitsthemen wird in den USA im Jahr der Präsidentschaftswahlen und in einigen Bundesstaaten wahrscheinlich weitergehen. Die Wirksamkeit dieser Bemühungen scheint jedoch ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Unabhängig von den Äusserungen einzelner Politiker oder der Medien stehen Pensionsfonds in allen Bundesstaaten vor den gleichen Herausforderungen. Unabhängig von der Politik des jeweiligen Bundesstaates müssen sie alle ESG-Faktoren wie die physischen Risiken des Klimawandels, das Risiko gestrandeter Vermögenswerte oder Best Practices in den Bereichen Humankapital und Corporate Governance unter dem Gesichtspunkt der rein finanziellen Wesentlichkeit berücksichtigen. Gleichzeitig müssen sie sich darauf konzentrieren, was für ihre Begünstigten am besten ist, und können keine Renditen für Prinzipien oder «Werte»-Überlegungen gewähren. Daher gibt es keine grossen Unterschiede zwischen den Trägern von Pensionsplänen in allen Gliedstaaten. Wir gehen davon aus, dass sich die Regulierung in den USA 2024 weiter verschärfen wird. Dies wird eine verstärkte Offenlegung von ESG-Aspekten erfordern, um eine bessere Bewertung von Unternehmen und fundiertere Anlageentscheidungen zu ermöglichen.

Wir gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit als Anlagedisziplin und integraler Bestandteil eines proaktiven Engagements weiterhin eine Rolle spielen, sich aber auch weiterentwickeln und reifen wird. Passive Ansätze, die «ESG» mit dem Wachstum von US-Large-Caps in einigen wenigen Sektoren wie Technologie, Kommunikation und zyklische Konsumgüter verknüpfen, die sich gut entwickelt haben und vor 2022 Vermögen aufgebaut haben, werden wahrscheinlich stärker fokussierten Themen- und Impact-Ansätzen weichen. Diese sind in dauerhaften Trends verankert, die den ökologischen und sozialen Wandel widerspiegeln. Die Anleger werden versuchen, sowohl die Risiken zu mindern als auch – und das ist entscheidend – von den Chancen zu profitieren, die sich aus diesen Trends ergeben. 

Trotz laufender Diskussionen über die Rolle von ESG in Portfolios erkennen US-Investoren nach wie vor deren Wert. In einer Umfrage von Schroders nannten 74 % der institutionellen Anleger in den USA die Überzeugung, dass Investitionen in Nachhaltigkeits- und Impact-Strategien notwendig sind, um langfristige finanzielle Renditen zu erzielen, als den drittwichtigsten Grund für ihre Entscheidung.

Fazit

Mit der zunehmenden Erfahrung der Anleger mit Nachhaltigkeit als Anlagedisziplin hat auch das Interesse an thematischen Ansätzen zugenommen, die direkt auf langfristige globale Wirtschaftsthemen wie die Dekarbonisierung abzielen. Anleger erkennen in diesen Trends echte Anlagechancen. Sie verstehen auch, dass die Anwendung der Grundsätze des nachhaltigen Investierens dazu beitragen kann, widerstandsfähigere Portfolios aufzubauen.

Wir konzentrieren uns darauf, das Interesse der Anleger an einer breiten Palette nachhaltiger Anlageoptionen zu befriedigen, darunter innovative thematische und Impact-Lösungen, insbesondere solche, die sich auf Klima und Energiewende fokussieren. Zudem verzeichnen wir eine deutliche Nachfrage von Kunden nach Informationen und Unterstützung bei der Planung der Energiewende, insbesondere bei der Umsetzung von Netto-Null. Unsere Kunden wünschen sich ausserdem eine pragmatische Dekarbonisierung von Multi-Asset-Portfolios. Erfolgreich werden im neuen Jahr jene Vermögensverwalter sein, die diese Ziele in kundengerechte Lösungen umsetzen können.

 

 

Hinweis: Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, darunter auch das Potenzial des Kapitalverlustes. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Massstab für zukünftige Ergebnisse. Die Ansichten sind die von Schroders und können sich ändern. Schroders hat in jüngster Zeit Untersuchungen zur Wirksamkeit von aktiver Eigentümerschaft bei der Erhaltung und Steigerung des Unternehmenswerts durchgeführt [Active Ownership: How Does Engagement Work and Does It Impact Returns? (schroders.com), Active Ownership: Three Ways to Improve Investor Engagement (schroders.com)] und wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass es von entscheidender Bedeutung ist, Einfluss auf unsere Portfoliounternehmen zu nehmen, um sicherzustellen, dass sie sich erfolgreich an das sich rasch wandelnde politische und regulatorische Umfeld anpassen [Active Ownership and Policy: How It Works and What We Ask of Policymakers (schroders.com)].

2 Quelle: «COP28 Agreement Signals ‘Beginning of the End’ of the Fossil Fuel Era», United Climate Change Conference, 13.12.2023

3 Quelle: «$700m pledged to loss and damage fund at Cop28 covers less than 0.2% needed», TheGuardian.com, 06.12.2023

4 Quelle: «United for Nature: COP28 Mobilizes Action to Protect and Restore Forests, Mangroves, Land and Ocean», COP28UAE, 10.12.2023

5 Quelle: «Global Stocktake reports highlight urgent need for accelerated action to reach climate goals», United Nations Climate Action

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