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Private Assets Ausblick 2023: Drei wichtige Aspekte in schwierigen Zeiten

Das Jahr 2023 wird sicherlich nicht einfach werden. Wir skizzieren drei Dinge, auf die sich Privatanleger konzentrieren können, um ihre Widerstandsfähigkeit zu maximieren und das langfristige Renditepotenzial zu optimieren.

02.12.2022
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Authors

Dr. Nils Rode
Chief Investment Officer, Schroders Capital

Private-Asset-Anleger sind 2023 mit komplexen Herausforderungen und Risiken konfrontiert.

Die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Rezession ist erheblich. Zudem verharrt die Inflation auf hohem Niveau. Die Zinsen steigen, während die Gesamtverschuldung wächst. Russlands Krieg in der Ukraine geht weiter, ebenso wie die daraus resultierende Energiekrise. Selbst wenn sich diese Faktoren über Nacht in Luft auflösen würden, blieben immer noch Probleme wie soziale Ungleichheit und Populismus.

Private Assets sind trotz alledem eine Anlage auf längere Sicht. Anleger sollten die mittel- bis langfristigen Aussichten einschätzen, bevor sie Entscheide treffen. Über diesen längeren Zeitraum bedeuten zahlreiche dauerhafte, langwierige Trends, dass wir optimistisch bleiben.

Insbesondere diese fünf längerfristigen Megatrends sollten für Rückenwind sorgen:

o Klimawandel und Dekarbonisierung

o Technologische Revolution

o Nachhaltige Lebensstile

o Alternde Bevölkerungen

o Wachstum der Schwellenländer und Frontiermärkte

Die kurzfristigen Herausforderungen, vor denen Anleger heute stehen, haben keinen Einfluss auf die dringende Notwendigkeit, den Klimawandel und die Dekarbonisierung anzugehen. Kein noch so turbulentes wirtschaftliches Umfeld wird die technologische Revolution und den Wandel hin zu nachhaltigeren Lebensstilen aufhalten.

Ausserdem wächst die Weltbevölkerung und wird zunehmend älter, wodurch sich Angebots- und Nachfragemuster ändern. Wir gehen davon aus, dass die Kombination aus alternder Bevölkerung und niedrigen Geburtenraten längerfristig Druck auf die Realzinsen ausüben wird, da die verfügbaren Arbeitskräfte in vielen Ländern abnehmen. Schwellenländer und Frontiermärkte werden ebenfalls weiter wachsen, wobei sich die Länder, die dieses Wachstum anführen, im Lauf der Zeit wahrscheinlich weiterentwickeln.

Andere Kräfte, die Privatmärkte prägen, sind nicht thematisch, sondern beziehen sich eher auf Trends in der Nachfrage und im Verhalten der Anleger. Beispielsweise erwarten wir, dass sich der Übergang zu dem, was wir als „Private Assets 4.0“ bezeichnen, fortsetzen, wenn nicht sogar beschleunigen wird. Die Privatmärkte haben sich seit Mitte der 1980er-Jahre schnell entwickelt und dabei verschiedene Formen durchlaufen. In dieser neuen Phase verbessert sich der Zugang für eine grosse Anzahl von Investoren, die zuvor ausgeschlossen waren, da sich „demokratisierte“ Lösungen weiterentwickeln.

Trotzdem ist der kurzfristige Ausblick zweifelsohne schwierig. Hier sind drei wichtige Dinge, auf die sich Anleger konzentrieren können, um sicherzustellen, dass die Allokation in Private Assets so widerstandsfähig wie möglich gegenüber kurzfristigen Marktherausforderungen ist.

1. Konstantes Investitionstempo

Es kann schwierig sein, ein konstantes Investitionstempo aufrechtzuerhalten. Dennoch sind Anleger, die 2023 neue Fondsanlagen tätigen können, damit gut beraten. Rezessionsjahre sind unserer Analyse zufolge tendenziell besonders attraktive Jahrgänge.

Strukturell können Fonds von einer „Zeitdiversifikation“ profitieren, bei der das Kapital über mehrere Jahre angelegt wird. Dies ermöglicht es in Rezessionsjahren aufgelegten Fonds, Vermögenswerte zu niedrigen Preisen zu erwerben, während die Rezession ihren Verlauf nimmt. Die Vermögenswerte können dann später in der Erholungsphase bei steigenden Bewertungen aussteigen.

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Beispielsweise lag die durchschnittliche interne Rendite von Private-Equity-Fonds, die in einem Rezessionsjahr aufgelegt wurden, bei über 14 % pro Jahr, basierend auf Daten seit 1980. Dies ist höher als für Fonds, die in den Jahren vor einer Rezession aufgelegt wurden – was sich damals wahrscheinlich nach viel besseren Zeiten anfühlte. Bei Private Debt und Private Real Estate gibt es ähnliche Effekte. Für die Infrastruktur sollten die Auswirkungen ähnlich sein, hier liegen jedoch nicht genügend Daten vor.

2. Weniger korrelierte Strategien

Auch wenn die Bewertungen von Private Assets tendenziell weniger korrigieren als börsennotierte Märkte, sind sie gegen einen Anstieg der Nominal- und Realzinsen nicht immun. Der Private-Asset-Markt ist jedoch enorm gewachsen und sehr vielfältig geworden. In jeder Anlageklasse gibt es spezialisierte Strategien, die selbst einer anhaltenden und tiefen Rezession standhalten sollten.

Die meisten dieser Anlagen sind entlang des „Long Tail“ von Private Assets zu finden. Das sind die 95 % der Transaktionen – kleinere und mittlere –, die typischerweise 50 % des Investitionsvolumens in jeder Anlageklasse ausmachen.

Die folgende Tabelle enthält Beispiele für weniger korrelierte Strategien, die im Long Tail jeder Anlageklasse zu finden sind.

Darüber hinaus glauben wir, dass Anlagen mit starken Nachhaltigkeits- und Impact-Eigenschaften ein besseres Aufwärtspotenzial und einen grösseren Schutz vor Verlusten bieten.

Tabelle: Beispiel für Strategien, die auch in einer tiefen Rezession gut aufgestellt sind

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Keine Anlageempfehlung

Wir glauben, dass es 2023 wahrscheinlich interessante Gelegenheiten für Sekundärinvestitionen geben wird, sowohl für von GPs initiierte Transaktionen als auch für traditionelle LP-Sekundärtransaktionen. Von GPs initiierte Transaktionen können von der Tatsache profitieren, dass andere Exit-Routen – wie Börsengänge und M&A-Exits – immer schwieriger werden. Wir erwarten, dass sich im Verlauf von 2023 attraktive Gelegenheiten zum Erwerb von LP-Anteilen von notleidenden Verkäufern ergeben werden.

3. Vorsicht bei überschüssigem Kapital

In unserem Ausblick im vergangenen Jahr haben wir darauf hingewiesen, dass die überschwängliche Mittelbeschaffung ein Risiko für die Wertentwicklung der Jahrgänge darstellt. Während des pandemiebedingten Boom-Bust-Zyklus hat die Mittelbeschaffung für Private Assets einen Boom erlebt. Der Aufbau von trockenem Pulver war jedoch ungleich. Bei einigen Strategien ist die Mittelbeschaffung in die Höhe geschossen, während sie bei anderen stabiler geblieben ist.

Seit vielen Jahren untersuchen wir die Abweichung der Mittelbeschaffung von ihrem langfristigen Trend als Frühindikator für die Wertentwicklung. Zwischen beiden besteht ein negativer Zusammenhang.

Wenn die Mittelbeschaffung über dem Trend lag, wurde die Wertentwicklung des Jahrgangs negativ beeinflusst, da trockenes Pulver die Einstiegsbewertungen in die Höhe treiben kann.

Bei Risiko- und Wachstumskapital in der Spätphase / vor dem Börsengang lag die Mittelbeschaffung in den letzten Jahren deutlich über dem Trend, was zur starken Korrektur beitrug, die Ende 2021 einsetzte. Grosse Buyouts zeigten ein ähnliches Verhalten, nur nicht im gleichen Ausmass.

Die Dynamik der Mittelbeschaffung bei kleinen Übernahmen war dagegen viel stabiler. Dies hat zu einer Bewertungslücke zwischen grossen und kleinen Übernahmen geführt, die zu einem Anstieg der absoluten Verschuldung bei grossen Übernahmen geführt hat.

Wir würden Anlegern raten, Strategien mit diesen überschüssigen Mitteln zu vermeiden, bis sie wieder auf ein normaleres Niveau fallen. Allerdings kann es Quartale oder sogar Jahre dauern, bis das der Fall ist.

Legen Sie einen Kurs fest und halten Sie sich daran, besonders bei stürmischem Wetter

Anlagen in Private Assets sind nicht immun gegen Rezessionen, und wir glauben, dass die USA, Kontinentaleuropa und Grossbritannien 2023 mit einer anhaltenden wirtschaftlichen Abschwächung konfrontiert sind. Somit (und angesichts von Problemen wie überschüssige Mittel) besteht Grund zur Vorsicht.

Insgesamt gibt es jedoch viele Daten, die darauf hindeuten, dass Anleger von der Bewertung von Private Assets eine vergleichsweise hohe Widerstandsfähigkeit erwarten können. Wir glauben, dass Anleger mit einem konstanten Investitionstempo und der Fokussierung auf langfristige Trends zahlreiche Möglichkeiten haben, ihre Private-Asset-Portfolios gut zu positionieren.

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