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Q&A: So unterstützen wir Unternehmen aus emissionsintensiven Branchen bei der Dekarbonisierung

Es ist wirtschaftlich sinnvoll, sich am Kampf gegen den Klimawandel zu beteiligen. Deshalb ist unsere Zusammenarbeit mit den Unternehmen, in die wir investieren, so wichtig.

03.03.2023
High emitting industry

Authors

Kimberley Lewis
Leiterin Active Ownership
Carol Storey
Leiterin Climate Engagement

Laut einer Studie von McKinsey & Co. ist der Bergbau derzeit für 4 % bis 7 % der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich.

Weitere negative Folgen der Bergbauindustrie sind Abholzung, Kontaminierung von Böden, Bächen und Feuchtgebieten, enormer Verbrauch von Wasserressourcen, Gesundheitsrisiken sowie andere gesellschaftliche Folgen.

Gleichzeitig sind jedoch Mineralien wie Lithium, Kobalt, Nickel und Kupfer für den Übergang zu Netto-Null unerlässlich. Diese Stoffe sind nämlich Bestandteile in vielen aufkommenden Lösungen für saubere Energie, wie Windturbinen und Batterien für Elektrofahrzeuge.

In diesen Q&A sprechen wir über die Risiken und Chancen im Metall- und Bergbausektor im Rennen zur Klimaneutralität und wie wir mit emissionsintensiven Unternehmen aus diesem Sektor, in die wir investieren, umgehen.

Sollten wir weiterhin in Bergbaugesellschaften investieren, obwohl sie Treibhausgase in erheblichem Masse emittieren?

Kimberley Lewis: „Veräusserung vs. Zusammenarbeit war vor einigen Jahren ein sehr populäres Thema: Es ist aber so, dass wir die Entweder-Oder-Debatte hinter uns gelassen haben. Indem wir investiert bleiben und aktiv Einfluss nehmen, können wir nachhaltige Veränderungen vorantreiben und den Wert der Unternehmen, in die wir investieren, steigern. Wir haben eine Verantwortung dafür, einen aktiven Ansatz gegenüber unseren Investments einzunehmen, um möglichst sicherzustellen, dass das Kapital unserer Kunden geschützt ist und verantwortungsvoll verwendet wird.“

Vor welchen Herausforderungen stehen Metall- und Bergbauunternehmen bei der Dekarbonisierung?

Carol Storey (CS): „Im vergangenen Jahr haben wir mit zahlreichen vorrangigen Unternehmen beim Thema Klimawandel zusammengearbeitet. Bei unserer Zusammenarbeit mit insbesondere einem Unternehmen wurden mehrere Abläufe identifiziert, die als schwierig zu dekarbonisieren empfunden werden.

„Beispielsweise waren für die Aluminiumproduktion sehr hohe Temperaturen erforderlich, deren Erzeugung äusserst energieintensiv ist. Einige dieser Tätigkeiten Arbeiten finden derzeit an Standorten statt, an denen keine erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen. Zudem förderte das Unternehmen die Art von Kohle, die für die Stahlproduktion erforderlich ist (Kokskohle).“

Was für Welche Chancen gibt es in diesem Sektor?

CS: „Gleichzeitig hatte dieses Unternehmen unglaubliche Chancen bei Übergangsmetallen wie Kupfer, Nickel und Silber – die zur Herstellung von beispielsweise Solarpanelen sowie Elektromotoren und Batterien verwendet werden.

„Wir wollten nicht, dass das Unternehmen einfach Teile seines Geschäfts verkauft, um Netto-Null-Ziele zu erreichen. Dies führt nicht zu echten Emissionsreduktionen. Außerdem wollten wir, dass das Unternehmen Arbeitnehmer und lokale Gemeinschaften unterstützt, die vom Übergang zu Netto-Null betroffen sein könnten.

Welchen Ansatz in Bezug auf die Zusammenarbeit verfolgten Sie 2022?

CS: „Unser Fokus sollte das Unternehmen bei seinen Plänen zur Dekarbonisierung der schwierigsten Teile seines Geschäfts unterstützen. Als Investoren müssen wir anerkennen, dass dies eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.“

 „Im gesamte Jahr 2022 haben wir mit dem Unternehmen mehrere Male vor einer „Say on Climate“-Abstimmung über seine Klimaübergangspläne zusammengearbeitet. Dabei handelt es sich um Abstimmungen, bei denen das Management eines Unternehmens die Anteilseigner auffordert, den Klimaübergangsplan zu unterstützen.

„Wir haben mit verschiedenen Unternehmensvertretern zusammengearbeitet, wie dem Vorsitzenden und dem CEO sowie mit dem Nachhaltigkeitsteam und der Investor-Relations-Abteilung.

„Die Klimazahlen waren bereits recht gut gegenüber vergleichbaren Unternehmen. Da es sich aber um einen schwierigen Sektor handelt, wollten wir einen erstklassigen Übergangsplan sehen, der die zentralen Herausforderungen des Unternehmens angeht und der nachweist, dass das Unternehmen alles in seiner Macht Stehende tut, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

„Vor der Abstimmung haben wir detailliertes Feedback gegeben, das unsere Ansicht zu guten Vorgehensweisen für Übergangspläne widerspiegelt. Zudem haben wir Bereiche hervorgehoben, in denen das Unternehmen seine Netto-Null-Ziele energischer verfolgen könnte. Wir wollten zudem mehr erfahren über die Investitionsausgabenpläne des Unternehmens, die Ziele zu Scope-3-Emissionen (Wertschöpfungskette) und die Zusammenarbeit des Unternehmens mit Regierungen und Geschäftspartnern, um den Zugang zu erneuerbaren Energien und kohlenstoffarmen Brennstoffen zu sichern.

Was war das Ergebnis?

CS: „Kurz vor der Abstimmung veröffentlichte das Unternehmen seinen kompletten Übergangsplan. Wir waren erfreut zu sehen, dass das Unternehmen, wie von uns gefordert, seine Pläne erweitert und seine Netto-Null-Ziele auf Scope 3-Emissionen ausgedehnt hat. Zudem ging das Unternehmen noch weiter als erwartet, indem es sich dazu verpflichtete, keine neuen Kokskohleprojekte zu entwickeln oder in diese zu investieren. Wir unterstützten den „Say on Climate“-Beschluss des Managements.

„Während unserer Gespräche hat die Unternehmensführung nachgewiesen, dass das Klimarisiko in die strategische Entscheidungsfindung auf den höchsten Ebenen des Unternehmens aufgenommen wurde.

„Besonders beeindruckt hat uns an diesem Unternehmen, wie die Szenarioanalyse zur Bestimmung risikoreicher Betriebsabläufe war. Dies wiederum hat die Pläne des Unternehmens für einen gerechten Übergang beeinflusst, die entwickelt wurden, um die potenziellen Auswirkungen Konsequenzen des Übergangs auf Arbeitnehmer und lokale Gemeinschaften zu reduzieren.“

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