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Warum in Zeiten der Disruption vieles für kleinere Unternehmen spricht

Disruption wirkt sich nicht nur auf unser Leben aus, sondern auch auf die Kapitalanlage. Wir glauben an drei Gründe, warum kleine Unternehmen der beste Weg sind, um von diesem Trend zu profitieren.

27.08.2019
disruptometer

Authors

Matthew Dobbs
Fund Manager, Asian Equities & Head of Global Small Cap
Kristjan Mee
Strategie, Research und Analyse

Kleinere Unternehmen (Small Caps) bieten potenziell höhere Renditen als große Unternehmen – das jedoch nicht ohne Risiko. Die Renditen einzelner Titel schwanken stark und der Markt ist relativ ineffizient. Doch dadurch bieten sich Anlegern Chancen zur Wertsteigerung.

Ferner finden Anleger den Small-Cap-Sektor zunehmend attraktiv, da sie hier von dem immer relevanteren Thema der Disruption profitieren können.

Auf lange Sicht haben US-Small-Caps die hochkapitalisierten Large Caps deutlich abgehängt. Heute wären 100 US-Dollar, die 1966 in Small Caps investiert wurden, 56.232 US-Dollar wert – gegenüber 15.576 US-Dollar bei einer Investition in Large Caps (Abbildung 1, links). Auch auf globaler Ebene gelang Small Caps eine bessere Wertentwicklung. Aber Achtung: Entwickeln sich Small Caps auf lange Sicht zwar überdurchschnittlich, so können sie doch auch lange Phasen schwächer tendieren (vgl. Abbildung 1, rechts).

Abbildung 1: Die langfristige Wertentwicklung von Small Caps ist zwar beeindruckend, aber auch zyklisch

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Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und lässt sich möglicherweise nicht wiederholen. Quelle: Credit Suisse, S&P. Daten bis März 2006: Ibbotson. Daten ab März 2006: S&P LargeMidCap vs. SmallCap. Stand: 1. April 2019. Renditen in US-Dollar.

Es ist verständlich, dass dieses zyklische Verhalten den Enthusiasmus der Anleger gegenüber Small Caps dämpft. Wir glauben jedoch, dass aufgrund struktureller Gründe ein selektives Engagement in globalen Small Caps zu höheren Renditen führen kann als ein Engagement am breiten Markt. Unsere Überzeugung fußt auf drei Faktoren: die Fundamentaldaten der Small Caps, die relative Ineffizienz des Small-Cap-Aktiensegments und das Ausmaß des Chancenspektrums.

Die Fundamentaldaten

Dieses Argument beruht darauf, dass kleine Unternehmen das Potenzial haben, von einer relativ niedrigen Umsatz- und Gewinnbasis überproportional zu wachsen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Anleger nur durch die Investition in kleine Unternehmen Zugang zu einer neuen Technologie oder einem neuen Markt erlangen kann.

Oft sind diese Unternehmen die treibende Kraft, die der Disruption zugrunde liegt – und können daher von ihr profitieren, anstatt ihr zum Opfer zu fallen. Sie sind weniger durch mehrere Führungsebenen eingeschränkt und es besteht weniger die Befürchtung, Umsatzvolumina oder Marktanteile durch die Einführung neuer Produkte zu verlieren – ein großes Problem für etablierte Konzerne. Kleinere Unternehmen, die wichtige Akteure in den schnellwachsenden Sektoren für Elektrofahrzeuge und künstliche Intelligenz sind, geben hierfür ein gutes Beispiel. 

Die Gelegenheit

Der Small-Cap-Markt ist wesentlich größer als der Large-Cap-Markt. Beispielsweise gibt es laut Daten von S&P 6.216 Small Caps im S&P Developed Benchmark Index, jedoch nur 1.932 Large- und Mid-Cap-Unternehmen (Stand: 31. März 2019). Large-Cap-Investoren laufen Gefahr, am Großteil des Anlageuniversums nicht beteiligt zu sein.

Small Caps sind außerdem eher binnenorientiert als Large Caps. Das bedeutet, man kann Unternehmen finden, die an einer günstigen lokalen Wachstumsdynamik beteiligt sind – selbst wenn die allgemeine Lage weltweit weniger ermutigend ist. Large Caps hingegen sind mit größerer Wahrscheinlichkeit globalen Trends ausgesetzt.

Die Ineffizienz

Je kleiner das Unternehmen, desto weniger Aufmerksamkeit zieht es auf sich. Dadurch ergeben sich mit größerer Wahrscheinlichkeit Ineffizienzen in der Bewertung. Für aktive Anleger führt das zu größeren Chancen einer Wertsteigerung. Abbildung 2 zeigt, dass die Anzahl an Analysen der Broker mit sinkender Unternehmensgröße nachlässt. Dieses Phänomen lässt sich auf allen Märkten beobachten.

Abbildung 2: Durchschnittliche Anzahl an I/B/E/S*-Schätzungen pro Unternehmen nach Größe

2019_07_09_The_case_for_global_small_caps_2

Quelle: I/B/E/S, Schroders. Stand: 31. März 2019.*Institutional Brokers’ Estimate System – Ein System, das Analystenschätzungen zu künftigen Gewinnen von börsennotierten Unternehmen erfasst.

Durch diese Ineffizienzen ergeben sich für aktive Manager von Small Caps größere Chancen einer überlegenen Wertentwicklung. Abbildung 3 zeigt die annualisierten Fünf-Jahres-Überschussrenditen (brutto und netto) globaler, US-amerikanischer und europäischer aktiver Small- und Large-Cap-Fonds.

Die mittlere Bruttoüberschussrendite für Small Caps ist in allen Regionen positiv, was dafür spricht, dass Small-Cap-Manager in der Regel tatsächlich einen Mehrwert bieten. Des Weiteren haben sich Small-Cap-Fonds in allen Regionen besser entwickelt als Large-Cap-Fonds.

Bereinigt um Gebühren sind die mittleren Nettoüberschussrenditen jedoch für globale und US-Small-Cap-Fonds negativ. Da die Kosten für Small-Cap-Fonds in der Regel höher sind, muss die Überschussrendite groß genug ausfallen, um diese Kosten zu decken. Deshalb sind die fundamentalen Vorteile von Small-Cap-Aktien und das Know-how des Managers zwei wichtige, aber nicht ausreichende Bedingungen, um nach Abzug von Gebühren positive Überschussrenditen zu liefern.

Die gute Nachricht für Anleger: Das oberste Quartil der Small-Cap-Fonds hat seine Vergleichsindizes in allen Regionen durchweg überflügelt. Dies zeigt, wie wichtig die Auswahl eines Managers ist, um von den Ineffizienzen bei Small Caps zu profitieren. 

Abbildung 3: Annualisierte Fünf-Jahres-Überschussrenditen in % bis Ende März 2019

2019_07_09_The_case_for_global_small_caps_3

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und lässt sich möglicherweise nicht wiederholen. Quelle: Schroders, Morningstar. Stand: 31. März 2019.

 

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