Wie die Schweiz vom Forschungsriesen zum Venture-Champion werden kann
Die Schweiz zählt zu den weltweit führenden Forschungs- und Innovationszentren und hat das Potenzial, auch zu einem erstklassigen Venture-Capital-Hub zu werden. Der Ausbau heimischer Kapitalquellen könnte der Schlüssel zur Erschliessung dieses Potenzials sein.
Zentrale Erkenntnisse der Studie von Schroders Capital:
- Die Schweiz gehört zu den weltweit führenden Forschungs- und Innovationszentren und belegt seit 14 Jahren in Folge den Spitzenplatz im Global Innovation Index.
- In Bezug auf Bevölkerung, Wirtschaftsgrösse, Präsenz von Weltklasse-Universitäten und Patentanmeldungen pro Kopf ist die Schweiz mit dem US-Bundesstaat Massachusetts vergleichbar, der ebenfalls als globales Innovationszentrum gilt.
- Trotz vieler Gemeinsamkeiten erzielt Massachusetts – insbesondere in seiner Hauptstadt Boston – über achtmal so viel Wagniskapital wie die Schweiz und hat seit 2018 sechsmal so viele Unicorns hervorgebracht.
- Bemerkenswert ist, dass 85% der bedeutendsten (Top-20) Venture-Finanzierungsrunden in Massachusetts lokale Investoren beinhalten, gegenüber 40% in der Schweiz. Schweizer Scale-ups sind somit stärker auf ausländisches Kapital angewiesen.
Basierend auf der Studie von Schroders Capital und unter Heranziehung von Massachusetts als Benchmark hat die Schweiz das Potenzial, durch den Ausbau ihres lokalen Venture-Ökosystems das jährliche Volumen an Risikokapitalfinanzierungen von 2,4 Mrd. auf 11 Mrd. Franken mehr als zu vervierfachen.
Die Schweiz behauptet ihre Stellung als weltweiter Innovationsleader eindrücklich: Im Global Innovation Index (GII) der WIPO belegt sie zum 14. Mal in Folge den ersten Platz. Auch in europäischen Rankings steht sie an der Spitze. Grundlage dieses Erfolgs ist ein hoch effizientes Innovationsökosystem. Mit einer F&E-Quote von rund 3,4% des BIP lag die Schweiz 2023 klar über dem OECD-Schnitt von 2,7%. Besonders ausgeprägt sind die Investitionen in Life Sciences und Spitzentechnologien. Im internationalen Vergleich zählt die Schweiz zu den Spitzenreitern bei Patenten, wissenschaftlichen Publikationen und hochtechnologischen Exporten pro Kopf.
GII Rang | Volkswirtschaft | Punktzahl | Regionaler Rang |
|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 67.5 | 1 |
2 | Schweden | 64.5 | 2 |
3 | Vereinigte Staaten von Amerika | 62.4 | 1 |
4 | Singapur | 61.2 | 1 |
5 | Vereinigtes Königreich | 61.0 | 3 |
6 | Republik Korea | 60.9 | 2 |
7 | Finnland | 59.4 | 4 |
8 | Niederlande | 58.8 | 5 |
9 | Deutschland | 58.1 | 6 |
10 | Dänemark | 57.1 | 7 |
Offenheit für globale Talente und wissenschaftliche Kooperationen sowie prägende Institutionen wie ETH Zürich und EPFL stärken das Ökosystem zusätzlich. Diese Rahmenbedingungen machen die Schweiz zu einem attraktiven Standort für Forschung und Innovation – vergleichbar mit den führenden Regionen in Grossbritannien, Deutschland und Frankreich.
Zurückhaltend im Wagniskapital
Trotz aller Stärken bleibt der Venture-Capital-Sektor noch hinter dem Innovationspotenzial zurück. Im Vergleich etwa mit Massachusetts, dem «Biotech-Herz» der USA, zeigt sich eine erhebliche Lücke: Während Massachusetts 2024 Risikokapital in Höhe von rund 6,9 Mrd. Franken mobilisierte, lag die Schweiz mit 2,4 Mrd. Franken deutlich dahinter. Pro Einwohner investieren Start-ups in Massachusetts im Schnitt rund 1’115 Dollar, in der Schweiz hingegen etwa 270 Franken. Das entspricht einer fast viermal geringeren Risikokapitalintensität.
Diese Differenz spiegelt sich auch in den «Unicorns» wider: Zwischen 2018 und 2025 entstanden in der Schweiz zehn Start-ups mit Milliardenbewertung, während in Massachusetts 64 «Unicorns» gezählt wurden.
Ein wesentlicher Grund ist das schwächer ausgeprägte lokale Venture-Capital-Ökosystem in der Schweiz. In Massachusetts stellten 2024 lokale Akteure bei 85% der grössten Finanzierungsrunden das Kapital; in der Schweiz lag dieser Anteil lediglich bei 40%. Studien zufolge vervielfacht ein starker inländischer Investorenkreis das total mobilisierte Risikokapital: Historisch gesehen flossen in der Schweiz auf jeden lokal eingesammelten Franken rund 3,2 zusätzliche Franken aus dem Ausland in den Markt. Das zeigt, wie entscheidend eine starke einheimische Risikokapital-Basis ist, um internationales Kapital anzuziehen.
Zudem bringt der Mangel an Schweizer VC-Kapital praktische Nachteile. Wer auf ausländische Investoren angewiesen ist, muss häufig aufwändig in internationalen Finanzzentren pitchen, juristische Strukturen anpassen und zeitintensive Reisen in Kauf nehmen – alles Faktoren, die das Wachstum lokaler Start-ups bremsen.
Ein Blick auf den Benchmark Massachusetts zeigt, dass die jährlichen Venture-Finanzierungen in der Schweiz theoretisch auf 11 Mrd. Franken steigen könnten – das Vierfache des heutigen Niveaus. Im Pro-Kopf-Vergleich entspräche dies etwa 1’500 Franken pro Einwohner und wäre mit der aktuellen F&E-Ausgabenstruktur kompatibel, die bereits etwa 43% des US-Benchmarks erreicht.
Der Weg zum globalen Venture-Hub
Schweizer Exzellenz bei Grundlagenforschung und Innovation ist längst global anerkannt. Ein strukturierter Ausbau des lokalen Venture-Kapitals wäre der nächste logische Schritt, um das Innovationspotenzial voll auszuschöpfen und die Schweiz als führenden Venture-Hub Europas zu etablieren. Mehr inländisches Kapital würde ausländische Investitionen anziehen, mehr Risikobereitschaft ermöglichen und so die Transformation von Forschungsergebnissen in erfolgreiche, international skalierende Unternehmen katalysieren.
Ein gestärkter Venture-Markt wirkt als Hebel für zusätzliche Investitionen in Forschung und Entwicklung – und damit als Motor für künftige Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.
„Unser Vergleich mit Massachusetts zeigt eindrucksvoll das grosse Potenzial der Schweizer Start-ups. Die Schweiz kann Exzellenz in Forschung und Risikokapital vereinen und so die nächste Generation weltweit führender Unternehmen hervorbringen“, sagt Nils Rode, CIO von Schroders Capital.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Alice West, Senior Corporate Communications Manager
Tel: +41 (0)44 250 12 26 / alice.west@schroders.com
Hinweis an die Redaktion:
Schroders ist ein globaler Vermögensverwalter, der aktive Vermögensverwaltung, Wealth Management und Investmentlösungen anbietet und zum 31. Dezember 2024 ein Vermögen von 884 Milliarden Schweizer Franken (778.7 Milliarden Pfund; 941.8 Milliarden Euros) verwaltete. Als ein an der britischen FTSE100 notiertes Unternehmen hat Schroders eine Marktkapitalisierung von rund 6 Milliarden Pfund und beschäftigt über 6.000 Mitarbeiter an 38 Standorten. Schroders wurde 1804 gegründet und ist seinen Wurzeln als Familienunternehmen treu geblieben. Die Familie Schroder ist nach wie vor ein bedeutender Anteilseigner, der rund 44 % des ausgegebenen Aktienkapitals hält.
Der Erfolg von Schroders lässt sich auf sein diversifiziertes Geschäftsmodell zurückführen, das verschiedene Anlageklassen, Kundentypen und Regionen abdeckt. Das Unternehmen bietet innovative Produkte und Lösungen über vier Kerngeschäftsbereiche an: Public Markets, Solutions, Wealth Management und Schroders Capital, das sich auf die privaten Märkte konzentriert, einschliesslich Private Equity, erneuerbare Infrastrukturinvestitionen, Private Debt & Credit Alternatives und Immobilien.
Schroders ist bestrebt, seinen Kunden durch aktives Management eine hervorragende Anlageperformance zu bieten. Dies bedeutet, dass das Kapital in Übereinstimmung mit den Anlagezielen der Kunden auf widerstandsfähige Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen ausgerichtet wird. Schroders betreut einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Staatsfonds, Stiftungen, vermögende Privatpersonen, Family Offices sowie Endkunden über Partnerschaften mit Vertriebsgesellschaften, Finanzberatern und Online-Plattformen gehören.
Schroders ist seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Schweiz präsent – mit drei unterschiedlich ausgerichteten Unternehmen erfüllt Schroders die vielfältigen Bedürfnisse der Kund:innen:
• Schroder Investment Management (Switzerland) AG bietet institutionellen und intermediären Kunden eine breite Palette von in- und ausländischen Fonds an sowie massgeschneiderte Mandatslösungen.
• Schroder & Co Bank AG offeriert massgeschneiderte Wealth-Management-Dienstleistungen für Privatanleger:innen, Family Offices, externe Vermögensverwalter und Wohltätigkeits-organisationen.
• Schroders Capital Management (Switzerland) AG bietet Private-Equity-Anlagedienstleistungen weltweit für institutionelle Anleger:innen wie Pensionskassen und Versicherungen und ermöglicht den Zugang zu ausgewählten Private Equity-Bereichen über Primär- und Sekundärinvestitionen, sowie Direkt-/Co-Investments.
In der Schweiz beschäftigt Schroders mehr als 350 Mitarbeiter:innen. Die Höhe der lokal verwalteten Vermögen beträgt ca. 45.6 Milliarden Schweizer Franken.*
*Stand: 31. Dezember 2024 / Weitere Informationen zu Schroders finden Sie unter: www.schroders.ch
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