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Wie Private-Equity-Co-Investments die Anlagerenditen nach einer Krise beschleunigen können


Investitionen in der Zeit nach einer Krise sind niemals leicht. Das Anlageumfeld zwingt die Investoren förmlich dazu, ihr Kapital arbeiten zu lassen. Es wird allerdings immer wichtiger, zu verstehen, wo und wie Investitionen zu tätigen sind.

Da sich die öffentlichen Märkte - bei fortbestehender Volatilität - von der Realität der Fundamentaldaten der Unternehmen anscheinend gelöst haben, werden private Vermögensanlagen ein immer attraktiveres Feld für Anleger. Im Bereich Private Equity scheint die Geschichte diese Theorie zu unterstützen – die Fondsperformance ist historisch gesehen in den ein oder zwei auf eine Krise folgenden Jahren am stärksten.

Die Kapitalanlage in Private Equity erfordert lokale Expertise und Erfahrung mit dem Marktzugang. Oberflächlich betrachtet kann ein traditioneller Private-Equity-Fonds eine naheliegende Option sein. Allerdings kann der falsche Manager am falschen Standort oder Sektor über einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten das Kapital der Anleger liegen lassen, ohne es zu investieren (unter Beibehalt der Gebühren). Eventuell tätigen sie konzentrierte Einsätze in bestimmte Marktsegmente. In beiden Fällen besteht die Gefahr, die Markchancen zu verpassen. Eine Co-Investment-Strategie kann dazu beitragen, diese Fallstricke zu umgehen.

Warum bieten sich Co-Investments besonders dafür an, in der Zeit nach einer Krise die Fahrt wieder aufzunehmen, und wie wird Co-Investment-Kapital am besten genutzt?

Zugang zum richtigen Zeitpunkt

Mit Co-Investments können beschränkt haftende Teilhaber (Limited Partners, LPs) direkt in Unternehmen mit persönlich haftenden Teilhabern (General Partners, GPs) investieren. LPs mit Zugang zu einer breiten Palette an GPs können in die meisten Marktsegmente flexibel allokieren und können bei der Bewertung von Deals selektiver vorgehen.

In Krisenzeiten besteht die grösste Gelegenheit von Co-Investments in der Möglichkeit, Investitionen zu niedrigeren Einstiegsbewertungen und attraktiven Bedingungen zu tätigen. Historisch gesehen kam es in der Zeit unmittelbar nach einer Krise zu einer Flaute hinsichtlich Neuinvestitionen und Desinvestitionsaktivitäten, da die Verkäufer niedrigere Preise vermeiden möchten.

Wenn allerdings Finanzmärkte an die Fundamentaldaten von Unternehmen anknüpfen, ist dies oft nur mit einem Umfeld mit bedeutend reduzierter Liquidität auf dem gesamten Markt verbunden.

Investoren ausserhalb des Finanzsektors (Geschäftsmanagement) stellen die Investitionen ein, um sich auf operationelle Belange zu konzentrieren, und erwägen zur Stärkung der Liquidität eventuell sogar die Veräusserung von kerngeschäftsfremden Vermögenswerten; auch Finanzanleger reduzieren ihre Investitionstätigkeiten, da die Kapitalbeschaffung schwieriger und investierbares Kapital rar wird. Der Gesamtwettbewerb für Geschäftsabschlüsse geht zurück und Verkäufer müssen sich einer neuen Realität anpassen.  

Co-Investments basieren auf engen Beziehungen zu GPs, und dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen M&A-Aktivitäten abnehmen. Der Zugang zu Deals wird für die LPs mit den engsten Beziehungen zu GPs und den erwiesenermassen besten Ausführungskompetenzen reserviert. GPs mit Co-Investoren mit weniger Erfahrung können auch auf Dritt-Co-Investoren zurückgreifen, um das Zustandekommen von Deals sicherzustellen. Für gut positionierte erfahrene Co-Investoren kann das derzeitige Marktumfeld zu einem besseren Zugang zu Geschäften mit weniger Konkurrenz führen.

Inwiefern können Co-Investment-Strategien in diesem Marktumfeld Rendite erzielen?

Covid-19 hatte sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Private-Equity-Bereiche. Während einige Segmente von den Änderungen des Verbraucherverhaltens eher begünstigt wurden, wie z. B. technische Entwicklungen und Verordnungen, werden andere vorübergehend oder für immer ums Überleben kämpfen.

Co-Investments können je nach Anfälligkeit (oder Stärke) das Geld auf vielfältige wertsteigernde Art und Weise arbeiten lassen:

Offensive Investitionen in gesunde Unternehmen zur Wachstumsbeschleunigung

Die Covid-19-Krise hat zahlreiche Änderungen im Verbraucherverhalten beschleunigt, wodurch digitale Produkte und Dienstleistungen einen starken Impuls verzeichneten. Auch wurde die Belastbarkeit des Gesundheitswesens und der Business-to-Business-Technologie aufgezeigt. Diese Bereiche bieten attraktive Wachstumschancen, wenngleich auch mit Bewertungaufschlägen. Die grösste Herausforderung für Co-Investments wird in der Bewertung bestehen, ob das Wachstum dauerhaft oder auf eine spezifische Dynamik im Zusammenhang mit Lockdowns beschränkt ist.

Auch andere widerstandsfähige Sektoren, die vielleicht nicht direkt von der Krise begünstigt wurden, sich aber gut hielten, stellen attraktive Gelegenheiten dar. Gut kapitalisierte Unternehmen werden weniger stabile Wettbewerber zu günstigen Bedingungen aufkaufen können. Anteilseigner mit hervorragender Liquidität könnten ihr anteilsmässiges Miteigentum durch die Bereitstellung von Mitteln zugunsten von anderen Anlegern ausbauen.

Defensive Anlagen in härter getroffenen Sektoren

Von dieser Krise wurden auch Unternehmen getroffen, die zwar robuste Geschäftsmodelle aufwiesen, sich aber in Sektoren befinden, die aufgrund der Lockdown-Massnahmen ums Überleben kämpfen. Dies sind grundsätzlich solide Unternehmen, die Investitionen benötigen, um diese schwere Zeit zu überdauern. Die Tätigung von Co-Investments in solche Unternehmen kann den Eintritt zu einer geringeren Bewertung und die Gelegenheit zur Nutzung der Investition als Übernahme von Marktanteilen bedeuten, sobald sich die Wirtschaft wiederbelebt.

Beispiele für Gelegenheiten

Co-Investments nach der Krise werden von den Veränderungen des Verbraucherverhaltens über sämtliche Branchengruppen hinweg profitieren. Folgende Beispiele bieten sich als Schwerpunkte an:

  1. Beschleunigung von bestehenden Trends der Veränderungen des Verbraucherverhaltens
    • E-Commerce und Online-Entertainment
    • bargeldlose Zahlungsvorgänge
    • Remote Services
  2. Nicht-ersetzbare Produkte und Dienstleistungen bleiben robust
    • Gesundheitswesen
    • Lebensmittel- und Basisartikel
    • Sanitärversorgung
  3. Technologie
    • Telekommunikation
    • Automation
    • Datendienstleistungen
  4. Deglobalisierung
    • Lieferantendiversifikation
    • Lokalisierung der Lieferkette

Wie zuvor bereits dargelegt, gibt es kein allgemein gültiges Beispiel oder einen bestimmten Sektor. Daher bietet sich am besten eine diversifizierte Co-Investment-Strategie an, die zügig auf alle aussichtsreichen Geschäftsbereiche zugreifen kann.

Co-Investments sind für zukünftige Ausstiege gut positioniert

Wenn wir über die Ausstiegsbedingungen, die auf jetzt getätigte Co-Investments warten, hinausdenken, gibt es eine Reihe an Faktoren, die einen zukünftigen Verkauf begünstigen.

Die Auswirkungen dieser Krise werden eine strategische Prämie für nicht korrelierte Geschäftsmodelle erzeugen, die vom zyklischen Abschwung verschont bleiben. Unternehmen, die Robustheit oder antizyklische Qualitäten bewiesen haben, werden sehr begehrt sein, da Anleger nach Geschäftszweigen suchen, die in der Lage sind, sich von zukünftigen Krisen abzuschirmen.

Zudem werden Finanzanleger und strategische und Unternehmensinvestoren, die sich eine zeitlang mit Investitionen zurückhielten, wahrscheinlich für eine starke Nachfrage sorgen und auf der Suche nach starken Unternehmen in einem normalisierten Marktumfeld auf den Markt zurückkehren.

Eine Co-Investment-Strategie ist daher eine effektive und agile Art, Zugang zu den derzeitigen Marktgelegenheiten zu erhalten.

 

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Marc Brodard

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